Dies konnte ich in einem meiner Reiseführer lesen und glaubte dies bis heute. Norwegische Partys laufen kurz gesagt in drei Stufen ab: Vorspiel, Party, Nachspiel. Bei uns würde man statt Vorspiel besser Vorglühen sagen – also den Alkoholspiegel schon etwas anheben. Dann gehts zur eigentlichen Party, wo relativ wenig getrunken wird (weil extrem teuer – unter 49 NOK geht kaum was). Anschließend gehts wieder nach Hause und man füllt sich bis Unterkante Oberlippe ab.
Wir sind nun nach besagtem Vorspiel (Wein aus einer 37 Euro teuren Packung! – es ist der billigste deutsche Wein) mit dem Bus ins Zentrum von Gjøvik. Die Schlager Bar war unser Ziel – ok wir in Deutschland sind bei Schlager schon sehr vorbelastet – aber es war eine ganz ander Musikrichtung (falls man das Richtung nennen kann). Der DJ spielte einen Mischmasch aus Oldie, House, Club und Softtechno. Auf jeden Fall besser als Schlager!
Ok und wer nun ein zurückhaltendes Völkchen sehen möchte, der geht in eine handelsübliche deutsche Disko oder Club – das ist prüde im Vergleich zur norwegischen „Aufdringlichkeit“. Jetzt versteh ich den tieferen Sinn des Liedes „Aurélie“ von „Wir sind Helden“.
Pünktlich um 2 Uhr schließen die Clubs und Diskos – also keine Chance bis in die Morgenstunden zu tanzen. Dafür gibt es dann das Nachspiel. Ich war jedenfalls nach einem langen und steilen Fußmarsch gegen 3.30 Uhr wieder zu Hause und da ließen wir einfach mal das Nachspiel untern Tisch fallen. Ich fiel einfach nur noch ins Bett…
Schlagworte: Mentalität, Party, Zentrum