Glaube keiner Zeitung!

Letzte Woche wurde ich um ein Interview mit dem Mittweidaer Lokalorgan “Novum” gebeten. Das Ergebnis in sehr gekürzter Form gibt es ab morgen überall in Mittweida oder direkt als [ PDF ].

Richtigstellung:
Ich bin erst seit 6. März in Norwegen. Vielleicht hätte mich mal jemand fragen sollen - sieht so investigativer Journalismus aus?

Das komplette Interview könnt ihr hier lesen:

1. Stell dich ein bischen vor (Name, Vorname, Studiengang an der Hochschule Mittweida und usw.)

Korrektur: 1. Stell dich ein bisschen vor (Name, Vorname, Studiengang an der Hochschule Mittweida und usw.)

Ich bin Tino Günther und studiere seit 2005 Medientechnik in Mittweida. Dabei habe ich mich auf den Printbereich spezialisiert.

2. Was für ein Praktikum machst du in Norwegen. Was für Aufgaben hast du?

Korrektur: 2. Was machst du in deinem Praktikum in Norwegen? Welche Aufgaben hast du?

Über das Auslandsamt der Hochschule Mittweida erfuhr ich von unserer Partnerhochschule in Gjøvik, rund 140km nördlich von Oslo. Sie besitzt sogar ein eigenes Farbenlabor, dem „Colorlab”. In meinem Praktikum arbeite ich im Colorlab zusammen mit der größten Druckerei Norwegens und drei ihrer norwegischen Zulieferdruckereien. Diese Druckereien drucken die Cover für einige große Wochenzeitschriften. Dabei kommt es zu Farbunterschieden zwischen den einzelnen Druckereien. Liegen diese unterschiedlichen Cover am Kiosk, so sieht der Kunde sofort, daß es sich um einen anderen Druck handelt. Damit der Kunde zukünftig immer die selbe Qualität erhält, werden derzeit Testdrucke durchgeführt. Diese werde ich in den kommenden Wochen im Colorlab messen und auswerten. Dadurch stellen wir fest, welche Druckerei von der Norm abweicht und versuchen die Ursachen dafür zu finden. Außerdem werden wöchentlich beim „Colorlunch” die aktuellen Projekte besprochen. In diesem Rahmen hielt vergangene Woche der Geschäftsführer der UGRA für uns eine Vortrag über die Zertifizierung von Druckereien. Die UGRA ist vor allem für ihren „UGRA/fogra-Medienkeil” bekannt, der zur Kontrolle farbverbindlicher Prüfdrucke eingesetzt wird.


3. In deinem Blog erzählst du eine komische Geschichte üder ein Buch, das du für das Projekt brauchst. Was ist genauer damit passiert?

Korrektur: 3. In deinem Blog erzählst du eine komische Geschichte über ein Buch, das du für das Projekt brauchst. Was ist genauer damit passiert?

Ich brauchte ein Lehr- und Übungsbuch für meinen Norwegisch-Kurs. Nach einer kurzen Recherche im Internet fand ich die recht renommierte norwegische Buchhandelskette „Norli”. Ich bestellte das Buch genau eine Woche vor Karfreitag und die Verkäuferin sagte mir noch, daß es nur eine Woche dauern wird. Allerdings steht Norwegen in der Woche vor Ostern bis einschließlich Ostermontag komplett still. Somit wurde meine Bestellung wahrscheinlich erst am Dienstag nach Ostern von jemanden zur Kenntnis genommen. Nach wiederum einer Woche, nachdem ich schon 2 Norwegisch-Stunden hinter mir hatte, wurde das Buch endlich geliefert. Doch dieses Buch war in Nynorsk. Es gibt zwei große Dialekte im Norwegischen: Bokmål und Nynorsk. Dabei ist Bokmål wesentlich weiter verbreitet und auch mein Norwegisch-Kurs war in Bokmål. So brachte ich das Buch wieder zurück und ging in einen anderen Buchladen, zufällig war dies auch ein Norli. Dort hatte man sogar das richtige Buch in Bokmål vorrätig.

[Editor/Anmerkung: Frage 3 kann auch weggelassen werden, wenn der Platz nicht reicht.]

4. Norwegen gilt als hochentwickeltes Land, wo Lebensniveau ein der höchsten in der Welt ist. Woran erkennt man das in Norwegen?

Korrektur: 4. Norwegen gilt als hochentwickeltes Land, wo das Lebensniveau eines der höchsten in der Welt ist. Woran erkennt man das in Norwegen?

Norwegen könnte man sehr gut mit „das Amerika Europas” bezeichnen. So gut wie jeder Norweger besitzt sein eigenes Haus, meist stehen diese ganz willkürlich in der Landschaft. Jedes Haus besitzt seinen eigenen Charakter - Neubausiedlungen, wie in Deutschland kennt man gar nicht. Zudem gibt es noch unendlich lange Straßen, unberührte Natur und die unterschiedlichsten Landschaften. Außerdem findet man viele kleine Dinge, die fortschrittlicher sind, wie beispielsweise Elektroheizungen oder der Internetanschluß mit 1 Gbit/s. Der Streusplitt wird statt mit Schaufel und Besen ganz einfach mit dem Laubbläser beseitigt. Bei Eintrittsgelder ist man nicht so penibel. In der Schwimmhalle gibt es keine Zeitbegrenzung und in Maihaugen, eine Ausstellung traditioneller Häuser, kamen wir sogar umsonst hinein.

5. Man behauptet, dass es in Norwegen außergewöhnliches Wetter herrscht, woran mann schwer gewöhnt. Stimmt das?

Korrektur: 5. Man behauptet, dass in Norwegen außergewöhnliches Wetter herrscht, woran man sich schwer gewöhnt. Stimmt das?

Der skandinavische Einfluß ist deutlich zu spüren. Noch Mitte April hatte wir 10cm Neuschnee. Jetzt haben wir schon seit zwei Wochen Sonnenschein, blauen Himmel und 10-15°C. Fast jeden Tag sitzen wir auf der Terrasse und veranstalten Barbecue. Allerdings ist die Luft spürbar trockener, als in Deutschland.

6. Erzähl kurz über den typischen Norweger!

Der typische Norweger ist sehr zurückhaltend, wenn man ihn auf der Straße trifft. Kommt man mit ihm ins Gespräch wird er zunehmend neugieriger. In Discos und Clubs wird aber um so ausgelassener gefeiert und das Wort „prüde” scheint es auf Norwegisch nicht zu geben.
Außerdem leben sie nach dem Motto, was du heute kannst besorgen, das verschiebe lieber gleich auf morgen! So verschob sich mein Projekt mal eben um 4 Wochen.

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